Herr Vojislav Kostunica und die Wahlen in Jugoslawien

Jared Israel nach Rücksprache mit Autoren von Emperor´s Clothes(9-14-00)

www.tenc.net
[Emperor's Clothes]

Einige Menschen in Serbien wie in der serbischen Diaspora unterstützen die Kandidatur von Vojislav Kostunica in den kommenden jugoslawischen Präsidentenwahlen. Das Ergebnis dieser Wahl ist von großer Bedeutung nicht nur für die Jugoslawen, sondern für alle Menschen. Der brutale Überfall der NATO auf dieses tapfere Land, die Weigerung dieser Menschen, klein beizugeben, ihre Fähigkeiten beim Wiederaufbau haben die Welt bewegt und den Widerstandsgeist neu belebt. Wer hätte von einem kleinen Land erwartet, dass es ein derartiges Durchhaltevermögen entwickelt und eine Würde an den Tag legt wie dieses Volk, das vom Westen bombardiert, aus seinen Häusern vertrieben und in den Medien dämonisiert wurde, aber nicht gebrochen werden konnte.

Die Unterstützer von Kostunica reden sich und anderen ein, dass für den Fall, dass Kostunica "Milosevic besiegt", der Westen Jugoslawien in Ruhe lassen und die Lebenssituation der einfachen Menschen sich verbessern werde. Stimmt das? Oder ist Kostunicas Kanditatur nur eine neue westliche Intrige gegen Jugoslawien?

Neulich hat sich einer unserer Freunde positiv über Kostunica geäußert und geschrieben: "Wenn Kostunica (die jugoslawischen Wahlen) gewinnt, wird er diesen Sieg niemandem verdanken außer sich selbst und den Wählern."

Eine sorgfältige Überprüfung der Fakten ergibt eine andere Schlussfolgerung.

Das Regime der USA hat Millionen von Dollars in die serbische „demokratische Opposition" gesteckt. Wenn wir den montenegrinischen Führer Milo Djukanovic dazu nehmen, wird die Bestechungssumme etwa (oder mehr als) die $ 100.000.000.- ausmachen, die letztes Jahr vom US-Kongress genehmigt wurden, um diese „unabhängigen" Elemente zu unterstützen. (Ist es nicht erstaunlich, dass gerade diejenigen als „unabhängig" bezeichnet werden, die von einem ausländischen Regime Geld nehmen, um das eigene Land zu verunsichern?)

$ 100.000.000.- ist sehr viel Geld in Jugoslawien.

Die westlichen Medien stellen Kostunica hin als eine Art "Herr Schmid geht nach Washington"-Figur. In der Tat ist er der Kandidat einer Koalition, die in erster Linie aus denen besteht, die die Dollars aus Washington kassieren. Was immer Kostunica auch wünschen mag, er ist von diesen Leuten abhängig. Diese können ihn natürlich auch jederzeit abservieren.


Kostunica sucht seine Verbündeten (oder wird von diesen ausgesucht)


Am 26. Juli sagte Zoran Djindjic, der Führer der demokratischen Partei:


"Was einen gemeinsamen Kandidaten für die Bundeswahlen betrifft, müssen wir zwei Sachen beschließen, wenn wir uns an diesen beteiligen wollen. Erstens, dass wir einen Kandidaten unterstützen und zweitens müssen wir den Kandidaten herausfinden, der die besten Chancen hat, den Sieg zu erringen. Das soll das einzige Kriterium sein." (Agence France Presse 1. August 2000).

Djindjic, von dem bekannt ist, dass er im Sold der USA steht, war massgeblich beteiligt an der Kandidatur Kostunicas. Am 2. August berichtete Agence France Presse, dass beide Männer an einem Treffen hinter verschlossenen Türen in Montenegro teilnahmen. Gemeinsam versuchten Djindjic und Kostunica, die pro NATO-Regierung Montenegros dazu zu bewegen, den Kandidaten der „demokratischen Opposition" zu unterstützen:

„Die serbische Delegation mit Zoran Djindjic von der demokratischen Partei und Vojislav Kostunica von der demokratischen Bewegung für Serbien (DSS) – dem wahrscheinlichsten Milosevic-Herausforderer."

"Das Treffen fand statt am Tag nach dem Treffen der US-Außenministerin Madeleine Albright mit dem montenegrinischen Präsidenten Milo Djukanovic in Rom, wo diese die jugoslawischen oppositionellen Gruppierungen aufforderte, die Drohungen mit Wahlboykott einzustellen und sich zusammenzuschließen, um Milosevic zu schlagen …" (Agence France Presse 2. August 2000).

Und zu Albrights Reise nach Rom:

"Während der voraussichtliche Kandidat der Opposition Vojislav Kostunica um Unterstützung wirbt … über die Wahlen hinaus hätte sie mit Djukanovic Möglichkeiten erörtert, die Hilfsmaßnahmen für Montenegro auszudehnen, das sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet, sagte Albright." (Agence France Presse 1. August 2000)

In anderen Worten, Albright bot Djukanovic Bestechungsgelder an, damit er Kostunica unterstütze.

Djukanovic blieb aber stur und Kostunica kritisierte ihn (AP 15. August), aber endlich, am 11. September lesen wir, dass Djukanovic seine Meinung geändert hat und Kostunica unterstützen wird. Hat Albright schließlich den verlangten Preis bezahlt?

Sicher ist, dass Djukanovic sich für seine Partei entsprechende Anteile in einer von Kostunica geführten Regierung ausbedungen hat. Umsonst ist gar nichts.

Was uns zu der Frage bringt: was bedeutet es für Kostunica, sich mit Djukanovic zusammen zu tun? Nur zu sagen „Kostunica will den Sieg erreichen" geht am Kern der Sache vorbei. Denn was Kostunica zu sein scheint, welchen Eindruck er IN DER VERGANGENHEIT gemacht hat, in der Gegenwart WIRD ER DARAN GEMESSEN, was er tut. Die zentrale Angelegenheit, über die ein Politiker sich definiert ist: er wirbt um Unterstützung. Indem man beurteilt, an wen er sich dabei wendet, indem man beurteilt, was diese Leute eigentlich wollen, kann man herausfinden, auf welcher Seite er steht, viel besser als durch das, was er sagt.

Djukanovic wird hauptsächlich unterstützt durch sezessionistische Albaner und faschistische ethnische Kroaten. Innerhalb Jugoslawiens wird Kostunica unterstützt von Sezessionisten in der Region Sandjak in Südserbien. Und natürlich ist er der offizielle Kandidat der US-dominierten „demokratischen Opposition". Was er auch immer gewesen sein mag, wir sehen daran, was er jetzt ist.

Vor einigen Wochen entrüstete sich Kostunica über eine gar zu offenkundige Einmischung der USA in Jugoslawiens innere Angelegenheiten. Neulich lobte er allerdings Madeleine Albright für ihre Zurückhaltung, da sie nicht herumposaunte, wen sie unterstützte. Inzwischen lobt er Milo Djukanovic, dessen Überleben von der Gnade der USA abhängt – weil die USA Dollarmillionen für ihn locker machen und weil er die italienische Polizei wegen Zigarettenschmuggels am Hals hat. Sollte er die USA enttäuschen, ist ihm eine Behandlung á la Noriega sicher. (1)

Kostunica befürwortet die G17-Prinzipien



Mittlerweile sind Kostunica und seine "demokratische Opposition" einer Plattform beigetreten, die von dem neoliberalen Belgrader Institut G17 ins Leben gerufen worden ist. Das Programm ist ein Alptraum – wir von Emperor´s Clothes werden uns noch näher damit beschäftigedn. Ein Interview mit Michel Chossudovsky, der einiges über G17 weiß, ist in Vorbereitung. Inzwischen hier ein kurzer Abriss der wesentlichen Punkte, die von Kostunica und seiner Koalition befürwortet werden. Angesichts der Abscheulichkeit dieses Programms fällt es schwer, damit zu beginnen.

1) Es fordert die "Option" der Einführung der Deutschen Mark als einer von zwei jugoslawischen Währungen; den Zutritt ausländischer Banken nach Jugoslawien; die Integration der jugoslawischen Bank in das System der Weltbank. Diese Maßnahmen würden die jugoslawische Regierung ihrer Möglichkeiten berauben, Preise und Löhne festzusetzen, besonders die Mindestlöhne, und würde Jugoslawien in die Abhängigkeit von den NATO-Mächten, besonders den USA bringen, die in Kosovo nachdrücklich vorgeführt haben, wie sie mit ganz Serbien umspringen würden, hätten sie nur die Gelegenheit dazu.

2) Es fordert die Einführung ökonomischer Reformen der Art, wie sie bereits ehemals sozialistische Länder – z.B. Bulgarien – verwüstet haben. Diese Maßnahmen haben nichts mit einer „Entwicklung vom Sozialismus zum Kapitalismus" zu tun. Die jugoslawische Wirtschaft ist keineswegs rein sozialistisch strukturiert, sondern bildet ein gemischtes System. Die Durchsetzung extremer Wirtschaftsreformen würde zu den gleichen Ergebnissen führen wie in Russland: Vernichtung der nationalen Industrie und Verarmung von Millionen Menschen, Ansteigen von Elend und ethnischen Spannungen.

3) Es fordert, dass nach einem Jahr Gnadenfrist für die Ärmsten und am meisten Benachteiligten durchgehend die Prinzipien des freien Marktes eingeführt werden sollen. Die werktätigen Menschen einschließlich einer Million Flüchtlinge, die ohnehin schon unter schwierigsten Bedingungen leben, würden dadurch jegliche soziale Sicherheit verlieren. Sie müssten Lebensmittel zu europäischen Preisen in der wirtschaftlichen Situation eines Landes der Dritten Welt kaufen. Sie würden „auf das Spielfeld der Weltwirtschaft" geworfen – mit einer Brutalität ohnegleichen – mit absehbaren Ergebnissen. (Wir haben das alles bereits in Bulgarien, Rumänien, Russland, Zentralamerika usw. gesehen. Wie oft muss das noch geschehen?)

"Freie Märkte" sind nicht frei, wenn sie von superreichen Finanzgiganten aus USA, Deutschland usw. beherrscht werden. Hier herrschen keine ausgewogenen Bedingungen. Es ist wie der Kampf zwischen dem Schwergewicht-Weltmeister im Boxen gegen ein talentiertes Leichtgewicht, das noch dazu (durch die Sanktionen) geschwächt ist, vor dem es heißt: „Jetzt kämpft fair und anständig, Jungs!"

Wie sollten die Arbeiter der bombardierten Autowerke in Kragujevac mit voll automatisierten Betrieben in Detroit und Stuttgart Schritt halten, nachdem Kostunicas Team den G17-Programmpunkt der „Integration in alle regionalen politischen und wirtschaftlichen Aktivitäten mit dem Schwerpunkt Freier Markt" eingeführt haben?

Diese Arbeiter würden bald hungern, so wie die Fabrikarbeiter in Bulgarien jetzt hungern.

4) Es fordert die Einführung der Regeln des Internationalen Währungsfonds mit seinem Rattennest ökonomischer Maßnahmen, die die Leben von Millionen Menschen in Russland, Indonesien, Südkorea zerstört haben, um nur einige Länder zu nennen.

5) Es erwähnt nicht die Verantwortung der USA und Europas für die Zerstörungen in der Höhe von Milliarden Dollar und das Leid der Menschen, verursacht durch die Bombenangriffe der NATO 78 Tage hindurch im vergangenen Jahr. Es verschweigt das verbrecherische Verhalten von USA und NATO in Kosovo und Montenegro. Der Westen bildet zur Zeit Scharfschützen in Montenegro aus, die jugoslawische Armeeoffiziere ermorden sollen, wie die britische Zeitung „Independent" berichtet. Kostunica hat in einer Weise Verhandlungen mit Montenegro befürwortet, dessen Regierung vielfach die jugoslawische Verfassung missachtet (z.B. sich weigert, sich an der gemeinsamen Verteidigung zu beteiligen), als wäre es der leidtragende Teil, dem die serbische Regierung Leid zugefügt hat.


6) Es befürwortet eine neue Verfassung, die Autonomie für Kosovo und Vojvodina und eine Aufteilung Serbiens vorsieht, wodurch die Zentralregierung geschwächt würde. Dadurch könnten leichter Teile Serbiens – z.B. die Sandjak-Region im Süden – abgetrennt werden.

Die USA und Deutschland bemühen sich seit zehn Jahren, Jugoslawien zu zerstören. Das wurde eindringlich klargemacht in einem Interview, das der damalige US-Botschafter in Jugoslawien Warren Zimmermann einer kroatischen Zeitung Anfang 1992 gab. (3)

Aber lassen wir für einen Moment die Tatsache beiseite, dass die USA und Deutschland seit zehn Jahren Jugoslawien attackieren. Sehen wir uns an, was Professor Michel Chossudovsky darüber gesagt hat, wie die Maßnahmen des IWF sich auf ein Land auswirken, wenn sie eingeführt werden. Erinnern wir uns, dass das Programm voller Pläne á la IWF steckt und auch die Integration in den wirtschaftlichen Bereich des IWF vorsieht, die Einführung von IWF-"Reformen", um Kredite zu bekommen.

Chossudovsky führt aus, dass die Einführung dieser IWF/Weltbank-Regeln in Nationalstaaten zu deren Zerfall und zu ethnischen Spannungen führt. Stellen wir uns vor, um wieviel schlimmer das in Jugoslawien sein könnte, wo der Westen schon seit zehn Jahren ethnische Spannungen geschürt hat. Die Schwächung der Zentralgewalt und der zerstörerische Einfluss der IWF-Methoden auf die Wirtschaft und die Geheimdienstaktionen der USA und Deutschlands, die die von Kostunica vertretene Koalition und seine Regierung herausfordern – sie alle würden zu einem kriegerischen Zustand führen, der unermessliches Elend mit sich bringt. Das könnte sehr wohl gegen die Absichten Kostunicas der Fall sein – er wäre eine schwache Kraft, leicht zur Seite geschoben, abhängig von einer Koalition von Empfängern von Geldern des US-Regimes, Gangstern (die montenegrinische Führung und Djindjic), die auch US-Geld bekommt, und Sezessionisten, die umso aggressiver werden, wenn „ihre" Seite die Wahl gewinnt.

Über die spalterischen Auswirkungen von IWF-Reformen sagt Michel Chossudovsky:

" … sie destabilisieren das Land, denn ein Land muss eine finanztechnische Einheit bilden, der Transfer von Geldern muss funktionieren. Im Fall Indonesien würde etwa jede der Inseln zu einem eigenen Staat. Natürlich wird die Idee, einen eigenen Weg zu gehen, für einige der vielen ethnischen Gruppierungen immer attraktiver. Natürlich sind sie (die Planer von IWF/Weltbank) sich dessen bewusst – sie haben es ja schon oft genug miterlebt. So funktionierte es in Jugoslawien, in Brasilien, in der ehemaligen Sowjetunion, wo die Regionen auf sich selbst gestellt sind, da Moskau kein Geld mehr überweist." (aus „Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank - zwei Instrumente zur Zerstörung von Nationen" – http://emperors-clothes.com/german/indexg.htm)

Und was ist mit "Jugoslawien"? Das Programm erwähnt dieses Wort kaum. Es verlangt „die baldige Lösung der Fragen der Nachfolge der Republiken des ehemaligen Jugoslawien und, daraus resultierend, die Akquisition notwendiger finanzieller Mittel, um die Mitgliedschaft in der EU zu ermöglichen."

Was bedeutet das in Wirklichkeit? Acht Jahre lang wurde diese Frage auf Eis gelegt. Die Kriegspartei sagt: „Ihr seid ein ganz neues Land." Die Jugoslawen sagen: „Wir sind der Nachfolgestaat – die anderen fünf haben uns verlassen."

Was kann "baldige Lösung" noch bedeuten außer der Annahme der Bedingungen des UN-Botschafters der USA Richard Holbrooke: Einigung darüber, dass Jugoslawien nicht mehr existiert, damit auch darüber, dass Werte von 20 Milliarden Dollar verloren sind, einschließlich der Botschaften, der jugoslawischen Luftwaffe und Marine, eines Schiffs, das zur Zeit von den USA beschlagnahmt ist und so weiter.

Mit seiner kleinen Partei ist Kostunica auf die Hilfe seiner Partner, der von den USA finanzierten Opposition angewiesen, auf deren Organisation und Personal für die Führung des Wahlkampfes. Erinnern wir uns, Djindjic sagte „WIR" müssen einen Kandidaten aufstellen. Ist Djindjic so sozial eingestellt? Ist seine Haltung: „Helfen wir alle Kostunica, ohne etwas dafür zu verlangen" - ?

Eher heißt es schon: „Verlange alles dafür!"

Zoran Djindjic und die anderen US-Lakaien erwarten sich – und würden sie auch bekommen – die beherrschenden Positionen in einer Kostunica-Regierung. So funktioniert Politik.

Schauen wir uns diese Art von Regierungsbildung etwas näher an. Einige sehen die geringe Größe der Partei Kostunicas als Vorteil. Sie gehört zum „saubere Weste"-Argument – seine Partei ist so klein, weil er sich die Hände noch nicht schmutzig gemacht hat usw. Vielleicht. Aber diese Kleinheit macht es ihm unmöglich, genügend viele Kräfte zur Führung Jugoslawiens auf die Beine zu bringen.

Herr Kostunica ist kaum eine charismatische Persönlichkeit, er kann keine Beteiligung der Massen auf breiter Basis mobilisieren. Aber die US-finanzierte Opposition, mit der er verbündet ist, die mit ihm gemeinsam das G17-Programm für den Ausverkauf Jugoslawiens unterzeichnet hat, die die Kräfte für seine Wahlkampagne zur Verfügung stellt, verfügt über genügend Leute für die Besetzung von Regierungsfunktionen. Ihre Zahlmeister in den USA wollen ja, dass sie die Regierung bilden.

Vuk Draskovics Partei kandidiert eigenständig im ersten Wahlgang. Um so schlimmer. Es ist praktisch sicher, dass sie in einem zweiten Wahlgang Kostunica gegen Milosevic unterstützen wird – aber ihren Preis dafür bezahlen. Dieser Preis sind eine Reihe von Regierungspositionen auf allen Ebenen. Somit wäre Kostunica im Fall seiner Wahl in einer sehr schwachen Position, sogar wenn er den Mut hätte, den im G17-Programm festgelegten Absichten der USA zu widerstehen. Wir erinnern uns allerdings, dass er dieses Programm befürwortet hat. Warum sollte er es also bekämpfen?

Damit käme das Personal für seine Verwaltung zwangsläufig aus dem von den USA kontrollierten Netzwerk von NGOs, sogenannt "unabhängiger" Medien, vom CIA ausgebildeten Studentenorganisationen (wie Otpor). Die USA wären dann zum ersten Mal in einer Position, ihre "unabhängigen demokratischen Kräfte" bis in höchste Regierungspositionen einzuschleusen. Was für ein Erfolg für Clinton! (2)

Das alles sollte sich abspielen in Zusammenhang mit a) dem durch das G17-Programm verursachten Niedergang und resultierenden ethnischen Auseinandersetzungen und b) der "Föderalisierung" des Staates. Wir würden die Zerstörung des nationalen Zusammenhalts sehen und das Anwachsen schlimmerer ethnischer Konflikte, als wir sie bisher gesehen haben, mit Auswüchsen möglicherweise genozidalen Ausmaßes. Das ist es, was die US-Elite bezüglich Jugoslawien vorhat. Sie wollen anderen Ländern, die vom bisherigen Widerstand des jugoslawischen Volkes beeindruckt sind, vorführen, dass solcher Widerstand zu absolutem Elend und ethnischen Auseinandersetzungen führt. Um solche Zustände herbeizuführen, muss das Regime der USA seine bezahlten Agenten (die sich in Belgrad in politischen Parteien, NGOs und "unabhängigen" von Soros und anderen westlichen Institutionen finanzierten Medien zur Genüge finden) in die jugoslawische Administration einschleusen.

Einige Leute sagen, die USA müssten Milosevic an der Macht belassen, da sie ihn dämonisiert haben. In der Tat hat die Regierung Milosevic in den letzten zwei, drei Jahren den USA ziemliche Kopfschmerzen bereitet. Sie hat sich den Provokationen nicht gebeugt. Sie hat Rambouillet brilliant gemeistert. Sie ist ein Symbol für die Möglichkeit des Widerstandes. Für die US-Elite ist es unendlich besser, ihre eigenen Agenten an der Macht zu haben. Diese können auf beiden Ebenen handeln – ethnische Spannungen aufbauen während sie die Wirtschaft zerstören, und dadurch Kämpfe hervorrufen, die als Vorwand für das ständige Eingreifen von NATO-Truppen dienten, serbische „Kriegsverbrecher" jagen, widerspenstige Serben und andere jugoslawische Loyalisten durch die UCK ermorden lassen (die sich bald auf ganz Jugoslawien ausdehnen würde nach der Machtergreifung durch US-Agenten). Kostunicas sezessionistische Unterstützer in Sandjak würden zu einem engeren Zusammengehen mit der UCK gedrängt, da der wachsende Einfluss der USA in Jugoslawien das Ansehen der US-nahen Kräfte steigern würde. Die NATO (möglicherweise gemeinsam mit kroatischen Kräften, nachdem Kroatien die Rolle des Juniorpartners in der NATO einnimmt) könnte nichtserbische Flüchtlinge zur Jagd freigeben (loyalistische Moslems aus Bosnien, loyalistische Kroaten und loyalistische Albaner und andere aus Kosovo), indem alle diejenigen als verdächtigte Kriegsverbrecher wie durch ein Wunder auf der „geheimen Liste" auftauchen würden, die USA/NATO von der Bildfläche verschwinden lassen wollen (wie es etwa in Bosnien geschieht). Und so weiter. Dantes Hölle.

All das geht viel leichter, wenn das US-Regime seine bezahlten Agenten in Machtpositionen bringt. Letztlich müssten diese für die Millionen arbeiten, die sie bekommen haben! Milo Djukanovic in Montenegro stützt sich auf sezessionistische Albaner und faschistische Kroaten als Eckpfeiler seiner politischen Macht. Was sollte anders sein, wenn die „Opposition", die so eng mit Djukanovic verbandelt ist, in ganz Jugoslawien an die Macht kommt? Diese Art von Kräften ist es, die sich an die Spitze setzen würden unter einer Regierung, die anfänglich Kostunica als Feigenblatt benützt hat. Wie es in Kosovo der Fall war. Jedermann wartete darauf, der „gute Mann" Rugova würde an die Regierung kommen, doch wir haben immer noch die UCK.

Einige sagen: "Alle serbischen politischen Führer haben sich selbst in den vergangenen schwierigen zehn Jahren diskreditiert – außer Kostunica. Im Gegensatz zu den anderen wird Kostunica als patriotisch, ehrlich und seriös betrachtet."

Hier werden zwei Argumente vermischt. Kostunica wird von vielen Serben als „patriotisch, ehrlich und serös" betrachtet. Das heißt aber nicht, dass seine Taten ihn nicht schon besudelt hätten. Was hat Kostunica denn getan, als er sich als Kandidat für die von den USA finanzierte „Opposition" zur Verfügung stellte? Er hat seinen respektierten Namen hergegeben, um dahinter Leute zu verstecken, die anderweitig völlig diskreditiert wären – aus gutem Grund. Er beging den klassischen Irrtum des isolierten Intellektuellen. Wie Goethes Faust schloss er einen Pakt mit dem Teufel (der US-Elite). Vielleicht redet er sich ein, er sei immer noch unabhängig. Der Teufel wird ihn so oder so holen.

Die westlichen Medien sagen, Vuk Draskovic, Zoram Djindjic und Milo Djukanovic hätten ein schlechtes Image. Nicht das „Image" ist schlecht, sie selbst sind es. Sie haben Millionen Dollars von den USA bekommen und tun, was ihnen die US-Geheimdienste sagen. Natürlich ist diese gemeinsame Kandidatur in Washington geplant worden.

Warum hat Kostunica seine Koalitionspartner nicht dafür kritisiert, dass sie die Dollars von den USA genommen haben? Als die USA bekannt gaben, sie würden ein Büro in Budapest eröffnen, um die jugoslawische „Opposition" zu unterstützen, attackierte Kostunica die USA, dass sie versuchten, ihn und seine Partner durch dieses zur Schau Stellen von Unterstützung zu diskreditieren. Was?

War es das erste Mal, dass die USA diese Typen unterstützte? Das war ein Pickel auf einem Berg von US-Hilfe. Die USA haben diesen Leuten eine Zehntelmilliarde zukommen lassen – ein gigantisches Vermögen in Jugoslawien. Wurde dieses Geld ausgegeben, um die Opposition in Verruf zu bringen? In anderen Worten, geben die USA Leuten Geld, weil sie wollen, dass sie verlieren (Kostunicas Verbündete) und attackieren sie erbarmungslos mit der Absicht, dass sie gewinnen sollen (Milosevic)?

Die Wahrheit ist wie üblich einfach. Die USA haben den Leuten der "Opposition" Geld gegeben, weil sie ihre Loyalität kaufen müssen. Ohne Geld würden ihnen diese Leute sagen, sie sollten sich zum Kuckuck scheren. Sie haben es für die Öffentlichkeit sichtbar zu tun, da sie Jugoslawien nicht beherrschen. Daher müssen sie Organisationen gründen, Treffen außerhalb des Landes abhalten und so weiter. Es ist schwer, 100 Millionen Dollars in ein kleines armes Land zu pumpen und das auch noch geheim zu halten.

Dieser großzügige Einsatz von Geld ähnelt dem, was als Janitscharenstrategie bezeichnet werden könte. Das alte ottomanische Reich benützte diese Strategie, um die Serben unter Kontrolle zu halten. Sie entführten serbische Kinder, brachten sie in die Türkei und zogen sie als Moslems auf, und sandten sie zurück als Teile einer Elitearmee von Janitscharen.

Das geschieht auch heute, obwohl es anders aussieht. Im wesentlichen macht die US-Elite das mit jungen Menschen aus der ganzen Welt, besonders Jugoslawien. Diese werden buchstäblich (oder virtuell durch TV und Filme) in die USA und westliche Hauptstädte gebracht und beeindruckt mit Glanz und Glitter der „Konsumgesellschaft" – und dann zurückgeschickt in das dumme alte Jugoslawien. Man kann diese jungen Jugoslawen an US-Eliteuniversitäten sehen - gescheit, supercool, und schämen sich für ihr Land. Schämen sich für das dumme alte Jugoslawien, das über einen größeren Reichtum an Kultur verfügt als ganz Westeuropa und die USA zusammen genommen. In Belgrad schwärmen diese Janitscharen in Institutionen wie das „freie" Radio B292. Ich habe zwei Mitarbeiter von B292 interviewt. Diese Interviews sind auf Emperor´s Clothes nachzulesen. Diese jungen Menschen haben eine Einstellung, die ihnen Abhängigkeit gleichgültig sein lässt. Nehmen wir zum Beispiel diesen Wortwechsel mit Gordan Paunovic:

"Jared: Bekommen Sie Geld von Institutionen in den USA?"

"Paunovic: Wahrscheinlich, ich weiß aber nicht, von welchen. Diese Argumentation á la Soros ist gleich B292 geht mir ziemlich auf die Nerven. Sie kommt von Leuten, die keine Ahnung davon haben, was wir machen. Wir nehmen Geld von jedem. Für gute Produktionen für Radio, TV, Video, Internet, Bücher und Musik braucht man Geld.

An anderer Stelle sagt er:

"Paunovic: Auch eine andere Sache kann ich nicht ausstehen – Robin Cook und Jamie Shea fügten unserem Image großen Schaden zu, als Robin Cook in einer direkt von CNN übertragenen Presekonferenz sagte: `Wissen Sie, wir verhalfen B292 zu einem Zugang zur Übertragung über Satelliten´ und ähnliche Sachen."

Aber dann gaben er und der Nachrichtenredakteur, den ich auch interviewte zu, dass es stimmte. Es stimmte, dass sie Sendezeit über den Satelliten der BBC bekamen – der BBC, die die Bombenüberfälle auf Jugoslawien unterstützt hatte

Diese Janitscharenmentalität, die auf die einfachen Menschen in Jugoslawien hinabblickt, muss mit Geld gefüttert werden. Ohne Geld geht´s nicht. Die neue globale Kultur besteht aus Geld und billigen Jobs.

Da ihnen die geschichtliche und wahrhaft kulturelle Seele ihres Landes fehlt, lassen sie sich als nützliche Werkzeuge einsetzen. Abhängig gemacht von den überflüssigsten Aspekten westlichen Lebens können sie in ihren Herzen alles rechtfertigen. Kein Preis ist ihnen zu hoch, den andere Menschen für die „Modernisierung" (in Wirklichkeit Unterjochung) ihres Landes bezahlen müssen.

Es ist eine Tatsache, dass die Basis der drei Parteien, die die Regierung bilden – JUL, Sozialistische Partei und Radikale Partei – von den Menschen gebildet wird, die sich den Bemühungen der USA, das Volk von Serbien als politische Kraft zu vernichten, am entschiedensten widersetzen. Da führt kein Weg herum. Einige Menschen bezeichnen diese Wahlen als Kampf zwischen links und rechts. Ich denke, dass das falsch ist. Die JUL ist links und die Radikale Partei ist rechts. Beide stehen für die Verteidigung der Souveränität Jugoslawiens! Das ist das Fundament ihrer Einheit ungeachtet vieler unterschiedlicher Auffassungen. Die andere Seite hat keine politischen Grundsätze außer dem Dollar – alles steht für den Ausverkauf bereit. Sie können liberal sein, konservativ oder sozialistisch – wer kümmert sich darum? Es ist alles Schein und Trug hinter einem Rauchvorhang. „Alles ist Geld, alles ist Müll."

Es geht hier nicht um Kostunica gegen Milosevic. Es geht vielmehr darum, welche politischen Kräfte die Eigenständigkeit Jugoslawiens verteidigen können. Milosevics Verbündete und Parteibasis, einschließlich des hervorragenden Verhandlungsteams von Rambouillet bilden in der Tat den Kern des Widerstandes gegen die NATO. Es sind die Menschen, die erstaunliche Leistungen beim Wiederaufbau Serbiens nach den 78 Tage dauernden Bombenangriffen erbracht haben. Im Ausland lebende Serben, die kürzlich ihre Heimat besucht haben, staunen über das Ausmaß der Rekonstruktion. Sollten diese Kräfte die Macht verlieren – sie sind es ja, die an der Macht sind, nicht der eine Mann Milosevic -, sollten sie ersetzt werden durch die von den USA gekaufte „demokratische Opposition" mit der Janitscharenmentalität, für die der Herr Kostunica sich in tragischer Weise zur Verfügung stellt, könnte das zu einer Katastrophe führen.

Die USA sind nicht hinter Milosevic her. Sie wollen ein für allemal die Seele des serbischen Widerstands vernichten. Um an deren Kern heranzukommen, müssen die Agenten der USA in Regierungspositionen kommen. Von dort aus können sie den Lauf der Dinge weit effektiver beeinflussen als von außerhalb. Sie können überzeugende Provokationen inszenieren. Sie können politisches Theater inszenieren, bei dem sie die Unruhestifter UND die Polizei kontrollieren! Es können „Situationen" inszeniert werden, die den gegenwärtigen Widerstand in Europa gegen die weitere Bombardierung Jugoslawiens oder die Stationierung von NATO-Kräftennicht nur in Kosovo, sondern auch im übrigen Serbien brechen. (Diese Entwicklung würde gefördert durch das G17-Programm, das die Kürzung des ohnehin schon relativ kleinen Verteidigungsbudgets fordert. Jedenfalls würde die Armee beeinträchtigt durch die immer schlimmer werdende wirtschaftliche Lage und die Forderung in Kostunicas Programm nach einem ausgeglichenen Budget – angesichts des Zustandes der jugoslawischen Wirtschaft eine völlig absurde Forderung!)

Mit US-Marionetten in der jugoslawischen Regierung, einer geschwächten und demotivierten Armee unter dem Kommando von Quislingen, einer massiven Durchdringung des Landes mit UCK-Elementen, der möglichen Stationierung von kroatischen Regierungstruppen (als kroatischer Beitrag in der neuen Rolle als Juniorpartner der NATO) – wären innere Kämpfe und großes Elend zu erwarten.

Das würde uns alle entmutigen, es würde die hunderte Millionen (oder einige Milliarden) Menschen auf der ganzen Welt entmutigen, denen das kleine Jugoslawien das Vorbild geliefert hat, den Beweis, dass wir dem Griff der USA und Deutschlands nach unseren Kulturen und unserer Eigenständigkeit nicht wehrlos ausgesetzt sind, sondern Widerstand gegen diese „Mächte des Bösen" berechtigt und erfolgreich ist.

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(1) 'Gangsters & other democrats' at
www.emperors-clothes.com/analysis/strange.htm

(2) 'Otpor is an American Tragedy' at
www.emperors-clothes.com/articles/jared/otpor.htm

(3) 'Nothing is Forever' at
http://emperors-clothes.com/interviews/nothing.htm

***

Weitere Artikel finden Sie (teilweise auch in deutscher Sprache) bei The Emperor´s New Clothes, indem Sie zu: http://www.emperors-clothes.com gehen.

Sie sind eingeladen, diesen Artikel weiter zu verbreiten. Wir bitten Sie
allerdings, die Quellenangabe
www.emperors-clothes.com nicht zu vergessen!
Danke! 

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DRINGLICHER AUFRUF! (11. August 2001)

WIR DANKEN ALLEN, DIE UNS BISHER FINANZIELL UNTERSTÜTZT HABEN!

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Von der George Soros-Stiftung wird Emperor´s Clothes nicht finanziert. Unsere einzige Geldquelle sind Menschen wie Sie. Alle Beiträge helfen.

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Fern- und Überseegespräche führen wir für Interviews (wenn wir einen Dolmetscher brauchen, sind sie umso aufwendiger), Beratungen mit Autoren, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu überprüfen und um Probleme bei Übersetzungen zu klären. Wir sind auch Medien außerhalb von Emperor´s Clothes behilflich.

Mittels Ferngesprächen standen wir in ständiger Verbindung mit den Menschen, die das Haus von Präsident Milosevic bewachten, als es am 28. und 29. März angegriffen wurde. Deshalb konnten Sie genaue Berichte auf Emperor´s Clothes lesen – der einzigen ehrlichen Quelle für wahre Berichte.

Nach diesen Angriffen konnten wir direkt mit Menschen sprechen, die an den Verhandlungen zwischen Präsident Milodevic und den derzeitigen serbischen Behörden beteiligt waren. So wussten wir aus erster Hand, dass der Bericht der „New York Times" über angebliche Selbstmorddrohungen Milosevics erlogen war.

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