Spanische Experten sehen keinen serbischen Völkermord im Kosovo

(von Pablo Ordaz, ‚El Pais‘)

Mit Kommentar von Jared Israel (24/09/1999, http://emperors-clothes.com)

Der folgende Artikel aus ‚El Pais‘, einem großen spanischen Magazin, ist höchst bedeutsam. Über Monate hinweg wurden wir bombardiert mit Geschichten, in denen die Serben bezichtigt wurden, tausende ethnische Albaner im Kosovo ermordet und sie in Massengräbern verscharrt zu haben. Kürzlich nahm ich eine Suche im Internet vor nach Zeitungsartikeln, die in den letzten 90 Tagen erschienen sind und die Wörter ‚Kosovo‘ und ‚Massengrab‘ enthalten. Als Antwort kam zurück: „Es sind mehr als 1.000 – zuviel, um sie aufzulisten“. Ich mußte die Suche einschränken auf Artikel der ‚New York Times‘ und kam selbst so auf 80 Artikel, also nahezu einen pro Tag.

Es bot sich ein riesiger Luftballon antiserbischer Medienaktivitäten dar, aber nun kommt die Spitze des Ganzen: spanische Experten für Gerichtsmedizin, soeben zurückgekehrt aus dem Norden des Kosovo, wo sie – wie ihnen vorher gesagt wurde – die schlimmsten serbischen Gewalttaten zu untersuchen hätten, berichteten, sie hätten dort weder Massengräber noch Anzeichen für Folter gefunden.

Wir erhielten diesen Artikel am 23/09/1999 um 23 Uhr und hatten eine Übersetzung desselben bereits am nächsten Morgen, dank der hervorragenden Arbeit von Herb Foerstal. Nachstehend der Artikel der ‚El Pais‘, gefolgt von einem Kommentar.

El Pais

Pablo Ordaz, Madrid

Spanische Polizei- und Gerichtsmedizinexperten haben keinen Beweis für einen Völkermord im Norden des Kosovo gefunden... Häftlinge im Gefängnis Istok wurden nach einem NATO-Bombardement erschossen...

Gewalt im Zusammenhang mit Krieg – ja, Völkermord – nein. Das wurde gestern eindeutig festgehalten von jener Gruppe spanischer Experten, gebildet aus Polizeifachleuten und zivilen Gerichtsmedizinern, die gerade aus Istok zurückgekehrt ist, der Zone im Norden des Kosovo unter der Kontrolle einer spanischen Einheit. Sie fanden und untersuchten 187 Leichen in 9 Dörfern, die in Einzelgräbern begraben waren; diese Gräber waren offensichtlich aus Respekt für die religiöse Überzeugung der Albaner im Kosovo nach Mekka ausgerichtet, Anzeichen für Folter fanden sich keine. „Dort gibt es keine Massengräber. Die Serben sind nicht so böse wie sie geschildert werden“, faßte der Gerichtsmediziner Emilio Pérez Pujol zusammen.

Das war nicht die einzige Ironie. Auch nach den aufeinanderfolgenden Zahlen wurde gefragt, die von den „Alliierten“ über die Tragödie im Kosovo veröffentlicht worden waren. „Ich habe die Angaben der UNO gelesen“, sagte Pérez Pujol, Direktor des gerichtsanatomischen Instituts in Cartagena. „Sie begannen mit 44.000 Toten. Dann verringerten sie sich auf 22.000. Momentan bewegen sie sich bei 11.000. Ich warte gespannt darauf, was die endgültige Anzahl wirklich sein wird.“ Die spanische Delegation, die jetzt dem „Internationalen Kriegsverbrechertribunal“ in Den Haag einen Bericht vorlegen wird, verließ Madrid zu Beginn August mit dem Gefühl, sich auf eine Straße zur Hölle zu begeben. „Sie sagten uns, wir seien unterwegs in die schlimmste Gegend des Kosovo. Wir sollten uns auf die Durchführung von ungefähr 2.000 Autopsien vorbereiten. Wir würden bis Ende November zu tun haben. Das Resultat unterscheidet sich beträchtlich. Wir fanden 187 Leichen und kehren nun zurück nach Hause“, erklärte der Leiter der Gruppe, Juan López Palafox, verantwortlich für das Amt für Anthropologie und Polizeiwissenschaft.

Die Gerichtsmediziner, genauso wie die Polizeifachleute, griffen auf ihre Erfahrungen in Ruanda zurück, um zu erläutern, was sich im Kosovo ereignet hat, zumindest in der Gegend, die spanischer Kontrolle unterstellt ist, wo sie keine Anzeichen für Völkermord entdecken konnten.

„Im früheren Jugoslawien“, so Palafox, „wurden Verbrechen begangen, einige ohne Zweifel schrecklich, aber sie resultierten aus der Kriegssituation. In Ruanda hingegen sahen wir beispielsweise 450 Körper von Frauen und Kindern übereinander aufgetürmt, alle mit eingeschlagenen Köpfen“. Der Chefinspektor fügte hinzu, daß sie im Gegensatz dazu im Kosovo viele einzelne Körper gefunden hätten. „Das erzeugt den Eindruck, daß die Serben es den Familien freistellten, ihre Häuser zu verlassen. Wenn sich einige Clanmitglieder dafür entschieden zu bleiben, aus welchem Grund immer, wurden sie nach der Rückkehr tot aufgefunden, erschossen oder auf andere Weise umgebracht“. (Hervorhebung durch uns)

Ein Mitglied der spanischen Expertengruppe klärte auf über die Ereignisse im Gefängnis von Istok, das Ende Mai von NATO-Flugzeugen bombardiert worden war. Die Untersuchung, geleitet von López Palafox und Pérez Pujol, hatte nämlich zum Ziel, folgende Frage zu beantworten: wer tötete in Istok mehr als 100 Häftlinge – die Bomben der NATO oder die Geschoße serbischer Soldaten? Die Antwort ist nach den bisherigen Untersuchungen klar: einige Leichen hatten Schrapnell-Wunden und sind daher eindeutig durch die Bomben getötet worden. Andere wiederum starben durch Gewehrkugeln, möglicherweise aus Maschinengewehren stammend. Am ehesten trifft die Annahme zu, daß Gefängnisinsassen, die während des Bombardements oder nachher zu flüchten versuchten, von den serbischen Bewachern erschossen wurden.

***

Kommentar von Jared Israel

Ich habe jede Menge Berichte über Massengräber gelesen. Ich hoffe, bald eine genaue Analyse darüber geben zu können. Vorläufig schildere ich einige Beobachtungen.

Man erwartet natürlich schreckliche Berichte. Was an ihnen überrascht, sind die Wiederholungen – immer dieselben Phrasen, sie zu lesen ist furchtbar ermüdend.

·        Die Berichte sind oftmals geschrieben in einem halb-fiktiven Stil, z.B.: „Eine Mütze liegt am Boden, auf der Rückseite rot gefärbt. ‚Wer konnte ahnen, daß die Serben imstande sind, so etwas zu tun‘, fragt der ausgemergelte Albaner. Tränen stehen in seinen Augen.“ Eine solche Schreibweise hemmt das Aufkommen von Unglauben und macht die Leser aufnahmebereit für nicht offen ausgesprochene Absichten.

·        ‚Beweise‘, so welche versucht werden, ergeben sich nur aus der jeweiligen Erzählung selbst (d.h. aus dem Glauben an ihre Richtigkeit), ihre Quellen werden nicht offengelegt, sind nicht nachvollziehbar.

·        Die Entdeckung eines Grabes oder auch nur das Gerücht davon wird gleichgesetzt (oft von irgendeiner Autoritätsperson) mit dem Beweis dafür, daß es sich um ein serbisches Verbrechen handelt. Diese Verbrechen werden dann in Details geschildert, die rein auf Spekulationen beruhen. Die Medien richten und verurteilen. Das reicht aus, um zu verwirren, besonders wenn man solche Neuigkeiten mehrmals am Tag präsentiert bekommt. Eine Vernebelung der Gehirne findet statt.

·        Die Argumente bewegen sich im Kreis. Tote Körper werden gefunden. Sofort wird angenommen: es sind Albaner; es sind Zivilisten; sie wurden getötet von Serben; die Serben waren Soldaten oder Polizisten. Diese Spekulationen, einmal in die Welt gesetzt, werden Teil von Berichten, die in späteren Artikeln wie bewiesene Tatsachen zitiert werden.

Den spanischen Experten wurde gesagt, sie würden 2.000 Leichen finden. Sie fanden 187 vor. Viele davon sind offensichtlich gestorben, während die NATO ein Gefängnis bombardierte oder knapp nachher, als sie zu flüchten versuchten. Der einzige Kriegsverbrecher in dieser Angelegenheit ist die NATO selbst. Es ist ein Kriegsverbrechen, ein nichtmilitärisches Ziel zu bombardieren, schon gar ein Gefängnis, eine wehrlose ‚kauernde Ente‘.

Die Gerichtsmediziner vermuten, die Leichen sind albanische Zivilisten, getötet von serbischen Truppen oder Polizisten. Denn albanische Zivilisten sind die einzigen möglichen Opfer von Kriegsverbrechen.

Hier bringen wir eine Warnung an. Jede offizielle Person eines NATO-Landes steht unter dem Druck, die NATO-Linie zu vertreten. Diese spanischen Experten äußerten jedoch öffentlich ihre Vorbehalte. Bemerkenswert ist, wie sie verdeutlichen, daß sie nur Vermutungen anstellen, wenn sie über die von Kugeln Getöteten sprechen:

 „Das erzeugt den Eindruck, daß die Serben es den Familien freistellten, ihre Häuser zu verlassen...“ (Hevorhebung durch uns)

In der Tat, woher konnten die Experten wirklich wissen, daß die Getöteten Albaner waren, denen von der serbischen Polizei befohlen wurde, ihre Häuser zu verlassen, und die erschossen wurden, als sie das verweigerten? Wie die Spanier anmerkten, gab es keine Zeugen. Dazu kommt, daß im Kosovo – sofern die UCK Zugriff hat – albanische Zeugen entweder ihre Agenten sind oder von ihr unter Druck gesetzt werden, und die UCK ist bekannt für ihre brutalen Methoden gegenüber jenen, die sich ihr widersetzen. Lügen war eine Hauptmethode der Separatisten im Kosovo in den letzten 10 Jahren – eine Waffe in der Schlacht um Unterstützung in der internationalen Öffentlichkeit.

Natürlich gibt es viele Tote im Kosovo. Eineinhalb Jahre lang tobte ein wütender Krieg zwischen den UCK-Terroristen und der jugoslawischen Armee sowie Polizei. Die UCK hatte freie Hand im Kosovo seit Beginn Juni, hatte jede Menge Zeit, um Leichen hin- und herzuschaffen, Soldaten als Zivilisten zu verkleiden und ‚trauernde Verwandte‘ ihre Rolle im Sinne der UCK einstudieren zu lassen. Daher sind ‚die Zivilisten, die ermordet wurden, weil sie sich [serbischen] Befehlen widersetzten‘, mit größtem Vorbehalt zu betrachten.

Wir sagen das NICHT, weil Serben nicht imstande sind, Gewalttaten zu verüben, sondern weil die albanischen Separatisten Lügen als Waffe im Kampf um die öffentliche Meinung benutzen, und weil wir am Grundsatz festhalten: ein Mensch (und noch viel mehr ein ganzes Volk) hat als unschuldig zu gelten, bis seine Schuld einwandfrei nachgewiesen ist. Als Nachweis der Schuld genügen dabei weder Behauptungen und Vorverurteilungen in der Presse noch unbestätigte Bezeugungen einer Seite in einer gespaltenen Gesellschaft. Der Versuch der NATO, Lügen als ‚Beweise‘ hinzustellen, beweist nur eines: die NATO versucht Serbien einfach zu überfahren.

Zum Schluß sei der Mut der spanischen Wissenschaftler und Polizeifachleute hervorgehoben. Sie haben den Zorn der NATO – und ihre Karrieren – riskiert, weil sie die Wahrheit verteidigen.

Ihre Tapferkeit und Lauterkeit geben Hoffnung.

***

Weitere Artikel finden Sie (teilweise auch in deutscher Sprache) bei The Emperor´s New Clothes, indem Sie zu: http://www.emperors-clothes.com gehen.

Sie sind eingeladen, diesen Artikel weiter zu verbreiten. Wir bitten Sie
allerdings, die Quellenangabe
www.emperors-clothes.com nicht zu vergessen!
Danke! 

***

DRINGLICHER AUFRUF! (11. August 2001)

WIR DANKEN ALLEN, DIE UNS BISHER FINANZIELL UNTERSTÜTZT HABEN!

EMPEROR´S CLOTHES BEDARF IMMER NOCH IHRER HILFE!

Von der George Soros-Stiftung wird Emperor´s Clothes nicht finanziert. Unsere einzige Geldquelle sind Menschen wie Sie. Alle Beiträge helfen.

Unser Tätigkeitsbereich ist größer geworden, unsere Einnahmen leider nicht. Rechnungen für Telefongespräche und andere Kosten für die letzten Monate können wir nicht bezahlen. Derzeit können wir nur noch Ortsgespräche führen, alle anderen Telefondienste sind uns abgedreht worden.

Weitere größere Beträge entfallen unter anderem auf Lexis, unsere wichtigste Suchmaschine. Wichtige Ausstattungsgegenstände wie etwa einen guten Laptop Computer und erforderliche Grafiksoftware können wir uns einfach nicht leisten.

Fern- und Überseegespräche führen wir für Interviews (wenn wir einen Dolmetscher brauchen, sind sie umso aufwendiger), Beratungen mit Autoren, um den Wahrheitsgehalt von Informationen zu überprüfen und um Probleme bei Übersetzungen zu klären. Wir sind auch Medien außerhalb von Emperor´s Clothes behilflich.

Mittels Ferngesprächen standen wir in ständiger Verbindung mit den Menschen, die das Haus von Präsident Milosevic bewachten, als es am 28. und 29. März angegriffen wurde. Deshalb konnten Sie genaue Berichte auf Emperor´s Clothes lesen – der einzigen ehrlichen Quelle für wahre Berichte.

Nach diesen Angriffen konnten wir direkt mit Menschen sprechen, die an den Verhandlungen zwischen Präsident Milodevic und den derzeitigen serbischen Behörden beteiligt waren. So wussten wir aus erster Hand, dass der Bericht der „New York Times" über angebliche Selbstmorddrohungen Milosevics erlogen war.

Unsere Telefonrechnungen betragen über tausend Dollar monatlich. Unser Zugang zu Ferngesprächen und internationalen Diensten ist abgedreht worden, weil unser Zahlungsrückstand fast $ 5.000.- beträgt. Wenn es so weiter geht, wird unser Telefonanschluss überhaupt gesperrt werden. Über $ 1.500.- müssen wir für Lexis bezahlen, unser wichtigstes Instrument für Recherchen, mit dem wir die Genauigkeit von Zitaten und Berichten aus Zeitungen aus den letzten 20 Jahren überprüfen können.

Wenn alle, denen an Emperor´s Clothes gelegen ist, einen Beitrag leisten, sind wir sofort alle unsere finanziellen Sorgen los.

Wenn jeder mit einer Spende beiträgt - $20, $50, $100 oder $1.000 – sind wir im Nu aus der Gefahrenzone heraußen.

So können Sie uns helfen …

1 – der einfachste und verlässlichste Weg - rufen Sie USA 617 916-1705 (am besten in der Zeit von 03.00 - 11.00 mitteleuropäische Zeit) an. Wir nehmen dann Ihre Kreditkarteninformation telefonisch entgegen.

2 – oder benützen Sie unseren sicheren Server, indem Sie zu: http://emperors-clothes.com/german/howyourg.htm#donate gehen. (Wenn Sie den sicheren Server benutzen, senden Sie uns bitte eine Verständigung an emperors1000@aol.com.)

3 - oder schicken Sie uns einen Scheck an Emperor´s Clothes, P.O.Box 610-321, Newton, MA 02461-0321 schicken.

DANKE!